Nachlese zum Eltern-Themenabend: „Leichter und erfolgreich lernen“

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Themenabend am 13.05.2014
„Leichter und erfolgreich lernen – So unterstützen Sie Ihr Kind bei Hausaufgaben und Klassenarbeitsvorbereitung“

Leichter und erfolgreich lernen“ war der Titel des Vortrags von Karen Keller, Dipl.-Betriebswirtin (BA) mit pädagogischer Zusatzausbildung „Lehren lernen – Lernen lehren“, in dem es schwerpunktmäßig um das Thema Hausaufgaben und Klassenarbeitsvorbereitung ging.

Frau Keller (6)Durch den unterhaltsamen, lockeren Stil war der Vortrag sehr kurzweilig. Er war zudem gut verständlich und wurde durch Praxisbeispiele veranschaulicht. Man erhielt auch einige praktische Anregungen, wie z.B. Lernen durch Mathebingo oder Vokabelbingo. Frau Keller verwies dabei oft auf eigene Erfahrungen mit ihren 10 Jährigen Zwillingen, wobei sie z.T. recht strikte und für viele ungewohnte Verhaltensregeln schilderte.

Beim ersten Programmpunkt „Konzentration“, was die Basis für optimales Lernen bietet, war es Frau Keller wichtig, auf die Konzentrationskiller Fernsehen, Spielekonsolen etc. und deren maßvollen Umgang hinzuweisen. Sie selbst hat ihren Kindern daher bis zum siebten Lebensjahr das Fernsehen komplett verboten und sie dürfen auch jetzt nur zweimal pro Woche fernsehen. Konzentration kann man „nebenbei“ fördern z. B. durch das Spielen von altersgerechten Gesellschaftsspielen und durch Vorlesen, weshalb Frau Keller ihren Kindern weiterhin dreimal am Tag vorliest, obwohl diese schon lesen können.

Konzentration bei den Hausaufgaben ist wichtig, damit diese zügig erledigt werden können. Störfaktoren wie ein Geschwisterkind oder auch reizvolles Spielzeug im Zimmer führen zu einer Verdoppelung bis Verdreifachung der Hausaufgabenzeit. Sämtliche Ablenkungen sind zu vermeiden. Frau Keller empfiehlt einen komplett leeren Tisch, dies kann auch ein „unattraktiver“ Esstisch, statt dem mit Bleistifthaltern, Zetteln oder Sonstigem bestückten Schreibtisch im Kinderzimmer sein. Auch sollten Störungen von außen, wie z. B. Telefonate durch Einschalten des Anrufbeantworters, möglichst verhindert werden. Zudem kann es durch den Biorhythmus (Leistungstief zwischen ca. 12 und 16 Uhr) zu einer verzögerten Erledigung der Hausaufgaben kommen. Die Hausaufgaben sollten immer zur selben Zeit und zwar während des Leistungshochs am späten Nachmittag / frühen Abend erledigt werden. Dann entwickelt sich daraus eine positive Routine.

Frau Keller gab hilfreiche Tipps für die Umsetzung, wie man seinem Kind hilft, damit es selbständig Hausaufgaben machen kann, falls es diese noch nicht alleine erledigt. Sie nutzte den anschaulichen Vergleich mit einem Berg, vor dem das Kind steht und sich deswegen hilflos fühlt. Ihr Tipp: Die Hausaufgabe in kleine Etappen gliedern. Im Ausblick auf die weiterführende Schule erklärte sie, dass die Planung und sinnvolle Einteilung der Hausaufgaben wichtig sei, z. B. in Muss- und in Kann-Ziele. Dies übertrug sie dann auch auf das Thema Klassenarbeitsvorbereitung. Auch hier ist eine möglichst detaillierte Planung, wann was geübt wird – zusätzlich zu den Hausaufgaben – notwendig und erfolgversprechend.

Frau Keller (7)Ihren Vortrag rundete sie ab mit Tipps wie die Motivation der Kinder gefördert und aufrechterhalten werden kann.

Am Schluss stellte sich insbesondere den Müttern der „Hortkinder“ jedoch die Frage, wie sie die vielen guten Empfehlungen umsetzen können. Manche fragten sich sogar, ob sie nun ein schlechtes Gewissen haben müssen, da sie ihren Kindern ein so „schlechtes“ Lernumfeld bieten? Auf diesen Aspekt konnte Frau Keller im Rahmen des Vortrags jedoch nicht näher eingehen. Es war insgesamt ein interessanter abwechslungsreicher Vortrag. Dem lockeren Stil war jedoch geschuldet, dass die fachlichen Informationen evtl. auch in kürzerer Zeit hätten vermittelt werden können. Wie es bei solchen „Kurzvorträgen“ auch nicht anders möglich ist, musste vieles an der Oberfläche bleiben. Wer auf tiefergehende individuelle Tipps gehofft hatte, kam zum Teil zu kurz. Hier wurde dann auf die Literaturliste verwiesen, die jedoch auch Bücher beinhaltete, die nicht mehr im Handel erhältlich sind. Es gab allerdings nach dem offiziellen Vortrag die Möglichkeit mit der Referentin noch direkt ins Gespräch zu kommen.

Und wie Frau Keller bereits zu Beginn des Vortrags betonte, ist es grundsätzlich am sinnvollsten, zunächst nur einen Punkt anzugehen und zu ändern und hierfür konnte sich jeder nach Bedarf den einen oder anderen Tipp mit nach Hause nehmen.

(Claudia Hildebrand und Denise Kurali)